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Editorial PD I/22

Politisch korrekt formuliert

Bei einem Magazin wie PHOTODeal und auch anderen Publikationen, die thematisch auf die Vergangenheit ausgerichtet sind, bleibt es nicht aus, dass man immer wieder mit zeitgenössischen Texten und Formulierungen in Berührung kommt, die Fragen aufwerfen. Was darf, soll oder muss man aus dem Originaltext unverändert übernehmen, was sollte man im Hinblick auf heutige Ausdrucksweisen oder auch auf die sogenannte "political correct­ness" umformulieren, ohne den Sinn oder die Aussage zu verfälschen? Gerade bei sehr alten Texten und Zitaten stellt sich diese Frage häufig. Sie führt sowohl zu eigenen Erwägungen und Überlegungen, bisweilen aber auch zu Diskussionen zwischen den jeweiligen Autoren von Beiträgen und mir als Redakteur. Im Falle der "political correct­ness" spielt auch das Bestreben hinein, sicherzustellen, dass den Interessen und Befindlichkeiten aller Beteiligten Genüge getan wird. Anlass zu solchen Überlegungen sind immer mal wieder Beiträge über vor Jahrzehnten produzierte Kameras, in denen entweder aus zeitgenössischer Herstellerwerbung, Original-Firmenkorrespondenz, Anleitungen oder dergleichen Schriftstücken und Druckschriften zitiert wird. Die Zeiten ändern sich bekanntlich und damit auch die Art und Weise, mit Überzeugungen, Empfindungen oder gar Weltanschauungen umzugehen, die über inhaltliche Aspekte hinausgehen. Bei letzteren gibt es meist nur "richtig" oder "falsch", ggfs. auch noch ein "zur Zeit nicht bekannt" oder "nicht (mehr) ermittelbar", wenn die Antwort aufgrund nicht vorhandener oder nicht mehr aufzutreibender Originalunterlagen einstweilen oder für immer offenbleiben muss. Geht es dagegen um kritische Begriffe oder Formulierungen, zu denen sich die allgemeine Handhabung gegenüber frü­heren Zeiten geändert hat – wer auch immer diese eingeführt hat oder wie diese die öffentliche Meinung bestimmt – stellt sich die Frage, wie man in diesem Fall verfährt. Bekanntlich haben sich im Laufe der Zeit sowohl Ausdrucksweisen als auch Beschreibungen oder Bezeichnungen gewandelt, mit denen noch vergleichsweise problemlos zu verfahren ist. Doch beispielsweise auch beim sogenannten "Gendersprech" wird nach meiner Auffassung gern übers Ziel hinausgeschossen. So frage ich mich manchmal unwillkürlich, ob ein "Studierender" oder eine "Studierende" in dem Moment, in dem von ihm oder ihr gesprochen wird, tat­sächlich "am Studieren" ist oder trotz seines/ihres Studierens gerade irgendeiner völlig anderen Tätigkeit nachgeht. Im angelsächsischen Sprachraum hat man es da leichter, da gibt es bei Substantiven nun mal kein Maskulinum oder Feminimum – ein "photographer" z.B. ist solange geschlechtsneutral, wie der Begriff allein dasteht. Erst wenn anschließend ein "he" oder "she" benutzt wird, weiß man, ob man es mit einem Fotografen oder einer Fotografin zu tun hat. So einfach, aber manchmal zunächst auch so irreführend oder miss­verständlich. Anders gelagert ist der Fall, wenn es um Formulierungen oder Begriffe geht, die nicht mehr als opportun angesehen und im öffentlichen Sprachgebrauch vermieden werden oder gar verpönt sind. Das fängt bei dem von manchen als abwertend verstandenen Zigeunerschnitzel an, setzt sich fort mit dem nicht mehr gewünschten Mohrenkopf und hört als krassestes Beispiel beim N-Wort auf. Wie ist damit zu verfahren, wenn einerseits zeitgenössische Aspekte Berücksichtigung finden, andererseits aber auf heutige Gepflogenheiten und Befindlichkeiten Rücksicht genommen werden sollen? Ich versuche nach Möglichkeit, kein Dogma daraus zu machen, sondern die Entscheidung von Fall zu Fall individuell zu treffen, in die natürlich die jeweiligen Autoren mit einbezogen werden.

Herzlichst Ihr
Rudolf Hillebrand


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